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Haben wir da richtig gehoert?

Tepco hat angekündigt eine Millionen Yen pro Haushalt an die Geschädigten des Atomunglücks auzuzahlen. Eine Millionen Yen. Das hört sich viel an, ist es aber nicht. Umgerechnet 8300 Euro will der japanische Kernkraftwerksbetreiber an etwa 50.000 Haushalte auzahlen, Haushalte, die nur aus einer Person bestehen bekommen 6200 Euro.

Aber was ist schon so wenig Geld gegen so große Not. Die kleine Summe wird vielleicht reichen um die Familien für ein paar Monate mit dem Nötigsten zu versorgen, aber eine Wiedergutmachung ist das sicher nicht. Auch wenn sicher noch Zahlungen nachfolgen werden, dieses erste Angebot ist eine Lachnummer ohnegleichen.

Die Gesamtsumme dessen, was Tepco nun freiwillig an die Opfer des von Tepco verschuldeten Atomunglücks zahlt liegt umgerechnet bei 250 Millionen Euro. 250 Millionen Euro zahlt ein Konzern mit 50.000 Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von über 50 Milliarden Euro freiwillig. 250 Millionen, das dürfte ein ein Bruchteil der Summe sein, die der Konzern mit dem Kraftwerkskomplex erwirtschaftet hat. Wenn der Konzern nicht schon in den letzten Wochen sein Ansehen komplett verloren hat, so hat er es spätestens jetzt.

                                                                                                  (Chr)

(Quelle: tagesschau.de)

Internetlobby

Der Beruf des Lobbyist ist gemeinhin etwas negativ besetzt. Lobbyisten tauchen zwar selten in den Nachrichten auf, dennoch wird der Lobbyist mehr mit Korruption als mit Interessenvertretung assoziiert.

Doch eigentlich sieht Lobbying in den meisten Fällen nicht so aus, dass den Politikern gesagt wird was zu tun ist und diese setzten eins zu eins um, sondern besteht im wesentlichen aus der Beratung und Information von Entscheiddungsträgern. Da nicht jeder Abgeordnete des Bundestages Experte für alle Themenfelder sein kann ist dieses Vorgehen auch gut, wenn beide Seiten, also Pro und Kontra gehört werden. Und um gehört zu werden hat fast jede Branche oder Interessengemeinschaft eine Lobby, also eine Interessenvertretung. Bekannte Lobbyorganisationen in Deutschland sind zum Beispiel die Atomlobby “Deutsches Atomforum”, aber auch Greenpeace oder der WWF.

Am gestrigen Mittwoch hat eine Interessengemeinschaft eine Interessenvertretung bekommen, die fast 60 Millionen Menschen in Deutschland betrifft. Die digitale Gesellschaft will nun den Zahlreichen Usern des Internets eine Stimme geben.
Die Initiative von Netzpolitik Chefredakteur Markus Beckedahl will die deutsche Netzgemeinde in Zukunft in Themen wie Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung oder Netzneutralität vertreten.

Die Initiative ist auf jeden Fall einen Klick wert: http://digitalegesellschaft.de/

(Mo)

Das mit der Gleichberechtigung ist anders gemeint Frau Koch-Mehrin

Sonst ist die FDP ja nicht so schnell dabei wenn es um Gleichberechtigung von Mann und Frau geht.
Vorallem gegen die Quote in Spitzenämter stemmen sich die Liberalen wie sonst nur der Teufel gegen ein Bad in Weihwasser.
Aber auch hier scheint ein Umdenken in der Partei die den Umweltschutz erfunden haben will stattgefunden zu haben.
Was der Guttenberg kann, kann die Frontfrau der Liberalen in Europa Koch-Mehrin schon lange und so gesellt sich zu Xerox von und zu Guttenberg eine Minolta Koch-Mehrin.

Hurra, Hurra - mein Internet ist wieder da

Speedtest

Wahrnehmung ist etwas böses. Zum einen nimmt man ja nur wahr, was man auch wahr haben will und zum anderen gewöhnt man sich dann auch noch so verdammt schnell daran. Mein erstes Modem hatte 14.4 k und die analoge Flatrate kostete damals 120 DM im Monat und das durchschnittliche Aufrufen…

(Quelle: apfelplusz)

Dreizeiler

Libyen: Zurzeit findet der internationale Libyen-Gipfel in Doha/Katar statt. Die Weltgemeinschaft ist jedoch völlig unentschlossen, wie sie nun weiter in der Libyen-Krise vorgehen soll. Während sich Italien und Katar für Waffenlieferungen an die Rebellen ausspricht und mit dieser Forderung international ziemlich allein darsteht fordern die Aufständigen Geld, um die Grundversorgung der Menschen sicherzustellen.

Libyen II: Derweil wurde bekannt, dass das Auswertige Amt in Berlin fünf libyische Diplomaten ausgewiesen hat, weil diese angeblich Druck auf libyische Oppositionsgruppen ausgeübt hatten.

Spanien: Laut Berichten des Nachrichtenmagazins “Focus” braucht Spanien als einziger PIGS-Staat wohl kein Geld aus EU-Rettungstöpfen. Zwar läge der Geldbedarf allein dieses Jahr bei rund 94 Milliarden Euro, aber durch konsequente Maßnahmen der Regierung sanken die Zinszuschläge auf Kredite zuletzt.

Energiewende: Zeit Online stellt heute ein interessante Zukunftsvision vor, wie die Energieversorgung in Europa in der Zukunft einmal aussehen könnte. Das Schlagwort dafür lautet Smard Grid bzw. Supergrid. Unbedingt lesen!

Berlusconi: Der italienische Staatschef Silvio Berlusconi gab der damals minderjährigen Prostituierten Ruby wohl 45.000 € damit diese sich ihren Traum von einem Schönheitssalon erfüllen kann. Schlechte Ausrede!

Facebook: Facebook ist auf dem Weg nach China, auch wenn es wohl noch viele Hürden zu überwinden gibt. Das China kein einfaches Pflaster ist zeigt schon die Vergangenheit, siehe Google und China.

CO2-Speichergesetz: Der Bundestag hat das umstrittene CO2-Speichergesetz verabschiedet. Bis 2017 folgt nun die Erprobung von “Carbon Capture and Storage”. Diese CO2-Speichermöglichkeit soll in Zukunft nach Plänen der Bundesregierung ein Kernthema der Energiepolitik darstellen (CCS-Wikipedia-Link).

                                                                                               (Chr)

Ueberblick über die Energiewende

Nach der plötzlichen Abkehr der Bundesregierung von der Atomkraft nach dem GAU in Japan ist die Energiewende in Deutschland nähergerückt. Da man den Energiebedarf in Zukunft nicht mehr mit der endlichen und Klimaschädlichen Verbrennung von Kohle und Gas decken kann und jetzt auch noch vorher so genannte “Brückentechnologie” Atomkraft wegbricht wird man sich nun schneller nach Alternativen umsehen müssen.

Auf dem Plan stehen:

  1. Ausbau der erneuerbaren Energien.
    Windkraft, Wasserkraft und Solarenergie Wasserkraft fällt im relativ flachen Deutschland von vorn herein weg, die Windkraft ist schon zu großen Teilen ausgeschöpft und die Solarenergie kann man in Deutschland einfach nicht mehr viel rentabler machen.
  2. Einsparungen und Innovation.
    Einsparung und Innovation werden die zentralen Gebiete werden. Da bei der Energiegewinnung im Moment nicht viel mehr zu holen ist, müssen wir wohl sparen. Dabei gilt, das die Einsparungen nicht zu sehr auf den Lebensstandart drücken sollten. Und das ist schon jetzt durchaus möglich.
    Innovation ist natürlich ein breiter Begriff und es wird immer Innovationen geben, doch für die Energiewende werden vor allem Innovationen in den Bereichen Speicherung elektrischer Energie und Entwicklung des neuen Stromnetzes gebraucht. Ein großes Problem für die regenerativen Energien ist deren Unberechenbarkeit. Mal bläst der Wind, mal bläst er nicht, Mal scheint die Sonne, mal scheint sie nicht. An manchen Tagen können die deutschen Windräder 80% des Verbrauches decken, an anderen eben nicht und oft herrscht ein Überschuss an Strom. Diesen Strom gilt es in effizienten Systemen, die es momentan noch nicht gibt, zu speichern. Ein weiterer Punkt, den die heutigen erneuerbaren Energien noch nicht bewältigen können sind die Stromabnahme Peaks. Mittags und Abends wenn viele Menschen in ganz Deutschland kochen, waschen oder das Licht einschalten steigt der Stromverbrauch stark an.Die dann benötigte Leistung können die regenerativen Energieträger nicht erbringen. Dazu wird an einer Idee mit Namen Smart Grid gearbeitet. In Zukunft könnte man zum Beispiel Waschmaschinen dann automatisiert starten lassen wenn der Strompreis niedrig ist und genug Strom vorhanden ist.

Insgesamt wäre es eine große Chance für Deutschland in dieses Zukunftsthema zu investieren, da die Technologie und das Wissen sicherlich bald auch der ganzen Welt gefragt sein wird.

Die neue Lösung ist auf jeden Fall dezentral und wird damit nicht ohne Widerstand der alten Stromriesen E.on, EnBW, RWE und Vattenfall vollzogen werden können.

Hoffen wir, das unsere Bundesregierung endlich mal den Mut hat etwas eigenes zu gestalten und sich nicht die Entscheidungen nach dem Moratorium von den Lobbyisten der Konzerne vorlegen lässt.

                                                                                                         (Mo)

Zu “Ein Lichtblick”

Im Nahostriedensprozess gibt es jetzt auch eine deutsche Meldung die die Gründung eines Palästinenserstaates in näherer Zukunft sieht.

Vergleiche dazu einen früheren Top-View-Eintrag.

                                                                                                            (Mo)

Japan am Tag 32 der Dreifachkatastrophe

Erdbeben und Tsunami in Japan liegen nun bereits 32 Tage zurück, aber der möglicherweise viel schlimmere Schaden durch einen Atomunfall ist noch nicht abgewendet. Die Bewertung der Lage wurde auf Stufe 7 angehoben, dem höchstmöglichen Wert auf der INES-Skala.

Im Folgenden eine Zusammenstellung einiger Bilder der Region um Fukushima:

(Bildquellen: 2x “Die Welt”, 2x “Der Spiegel”)                                          (Chr)

Finnland goes Atomkraft

Ein Modell des zur Zeit in Bau befindlichen finnischen AKWs Olkiluoto

Auf der Webseite der Freitag, einer Berliner linksliberalen Wochenzeitung war am Samstag etwas interessantes zu lesen:

So wird in Olkiluoto, im Westen Finnland seit 2003 am dritten Block des örtlichen Kernkraftwerks gebaut, einem Druckwasserreaktor. Auf dem Bau soll es vermehrt zu Schlampereien gekommen sein, so sollen unter anderem unterqualifizierte Gastarbeiter, vermehrt aus Osteuropa, eingesetzt worden sein um Metallverstrebungen zusammen zuschweißen, die später einmal die Hauptlast des Gewichtes des AKWs tragen sollen. Diese Arbeiten wurden aber anscheinend nicht richtig ausgeführt, was sowohl an der Unterqualifikation der Arbeiter, als auch am enormen Zeitdruck, der vonseiten der Bauleitung auferlegt wird, liegen kann. Desweiteren wurden Risse im Beton einfach wieder mit neuem Beton übergossen oder einfach ganz ignoriert. Es soll so schon zu 1500 Unregelmäßigkeiten während der Bauphase gekommen sein.

Wenn man schon auf eine so unberechenbare und (teilweise) unkontrollierbare Energiequelle wie eben die Kernkraft setzen muss, kann man dann nicht wenigestens beim Bau Sorgfalt walten lassen? Zumal Finnland eben nicht irgendso ein “Entwicklungsland” ist, Finnland ist ein Hochtechnologieland. Ist es notwendig, das einzelne wenige Konzerne (Areva, RWE, Tepco,…) ihre Gewinne maximieren und die Allgemeinheit dann auf den möglichen Kosten sitzenbleibt? In was für einer Welt leben wir eigentlich?

                                                                                           (Chr)

Aus Japan

Es gibt ein Video aus der evakuierten 30 km Zone in Japan:

                                                                                                            (Mo)